upperWORK Strategie ©Tina Gerstmair
upperWORK Strategie ©Tina Gerstmair

Strategische Ziele

Das oberste strategische Ziel dafür lautet: Aktivierung. Gewinnung. Qualifizierung.

Aktivierung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials

Bedingt durch den demografischen Wandel werden der Anteil und die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinken. Die Erwerbsquoten unterschiedlicher Personengruppen unterscheiden sich gegenwärtig deutlich, wobei in erster Linie Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Menschen und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen seltener im Erwerbsleben stehen.
Um den Arbeitskräftebedarf decken zu können, müssen alle Bevölkerungsgruppen in hohem Ausmaß am Erwerbsleben teilnehmen und dabei ihr Potenzial voll ausschöpfen. Es gilt daher, genau diese Bevölkerungsgruppen zu aktivieren.

Spezifische Ziele sind:

Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung aller Personengruppen und die Aktivierung der „stillen Reserve“, weil das Potenzial der Erwerbsfähigen bestmöglich genutzt werden muss. Insbesondere gilt es auch,

  • die Erwerbsbeteiligung und das Beschäftigungsausmaß von Frauen stärker an die Werte der Männer anzugleichen;
  • die Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen älter als 50 und Männern älter als 55 Jahre an das allgemeine Niveau heranzuführen;
  • die NEET-Quote unter Jugendlichen möglichst gering zu halten (NEET: Not in education, employment or training);
  • die Erwerbsbeteiligung von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu verbessern.

Eine geringe (Langzeit-)Arbeitslosigkeit, weil arbeitsuchende Menschen möglichst rasch wieder in Beschäftigung gebracht werden sollen. Insbesondere gilt es, möglichst geringe Arbeitslosenquoten bei besonders betroffenen Personengruppen sicherzustellen. Das sind:

  • Menschen mit Migrationshintergrund,
  • ältere Menschen und
  • Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen 

Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften

Oberösterreichs Bevölkerung wächst bisher vor allem durch Zuwanderung. Durch die Verschiebung der Alterspyramide ist mit einem weiteren Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu rechnen, der deutlicher als in Österreich ausfällt. Damit schrumpft das Arbeitskräftepotenzial.
Gewinnen und Binden von Arbeitskräften sorgt bedarfsgerecht für eine stabile bis leicht wachsende erwerbsfähige Bevölkerung in Oberösterreich.

Spezifische Ziele sind:

Eine ausreichende, qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland (auch zu Ausbildungszwecken), weil der Bedarf an qualifizierten Fachkräften insbesondere in bestimmten Branchen nicht ausschließlich im Inland gedeckt werden kann.

  • Eine ausreichende Zuwanderung aus anderen Regionen Österreichs (auch zu Ausbildungszwecken), weil Arbeitskräfte teilweise in den anderen Bundesländern zur Verfügung stehen, die in Oberösterreich gebraucht werden.
  • Eine ausreichende Zahl an qualifizierten Einpendler:innen aus angrenzenden Regionen bzw. ein entsprechender Pendelsaldo, weil so Arbeitskräfte auch ohne Wohnsitzwechsel gewonnen werden können.
  • Die Bindung der in Oberösterreich vorhandenen Arbeitskräfte bzw. eine geringe Abwanderung von gut und hoch qualifizierten Kräften oder auch deren Rückholung (einschließlich Studierender), weil Oberösterreich attraktive Arbeitsplätze für seine Arbeitskräfte zu bieten hat und so der Bedarf an Zuwanderung geringer ist.
  • Die Zu- und Abwanderung besitzt aufgrund der Größenordnungen signifikante Potenziale für das Arbeitskräfteangebot in Oberösterreich.

Bedarfsgerechte Qualifizierung des Arbeitskräftepotenzials

In der Wissensgesellschaft nimmt die Qualifizierung der Arbeitskräfte eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region ein. Im Zeitalter der Digitalisierung verstärkt sich dieser Trend weiter, da Tätigkeiten, die keine oder nur geringe Qualifikation erfordern, zunehmend automatisiert erfolgen. Arbeitsplätze für Menschen mit geringen Qualifikationen verschwinden zunehmend, während gut qualifizierte Fachkräfte verstärkt gesucht werden.
Bedarfsgerechte Qualifizierung des Arbeitskräftepotenzials – vor dem Hintergrund des technologischen Fortschritts und der Digitalisierung – trägt dazu bei, dass verfügbare und nachgefragte Qualifikationen am Arbeitsmarkt bestmöglich übereinstimmen.

Spezifische Ziele sind:

Die Reduktion des Anteils jener Menschen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, weil eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung die Grundvoraussetzung darstellt, als Fachkraft tätig zu werden.
Insbesondere soll auch unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Jugendlichen mit gesundheitlichen Einschränkungen der Anteil mit einer abgeschlossenen Ausbildung über Pflichtschulniveau erhöht werden.

  • Die Sicherstellung eines hohen Anteils jener Menschen mit Lehrabschluss, insbesondere mit Blick auf Mangelberufe, weil das duale System eine praxisnahe Ausbildung bietet, mit der ein wesentlicher Teil des Arbeitskräftebedarfs bekämpft werden kann.
    Insbesondere gilt es, Jugendliche für eine Lehre in Mangelberufen zu gewinnen. Der Anteil der Mädchen in technischen Lehrberufen soll erhöht werden. Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit Lehrausbildung soll jenem unter Jugendlichen ohne Migrationshintergrund zunehmend angeglichen werden.
  • Die Erhöhung des Anteils jener Menschen mit technischen Ausbildungen auf Sekundär- und Tertiärniveau, weil der Arbeitskräftebedarf insbesondere im technischen Bereich virulent ist und steigt. Insbesondere soll auch der Anteil an Mädchen und Frauen mit technischen Ausbildungen (technische Lehren, HTLs und technische Studien) erhöht werden.
  • Die Erhöhung der Beteiligung und des Ausmaßes an Weiterbildung, weil angesichts des technologischen Fortschritts die Bedeutung von Weiterbildung steigt und die primäre Berufsausbildung nur das Fundament für eine Karriere als Fachkraft darstellt. Insbesondere gilt es auch, den Anteil älterer Personen (über 50 Jahre) an Weiterbildungsmaßnahmen zu erhöhen.
  • Die Erhöhung der digitalen Kompetenzen, weil diese die Voraussetzungen für die Teilhabe auf einem digitalen Arbeitsmarkt darstellen.

Langfristig besteht im Bereich der Qualifizierung beträchtliches Potenzial für die Fachkräftesicherung, da gegenwärtig noch fast 20% der Personen im Haupterwerbsalter in Oberösterreich lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen.