Das oberste strategische Ziel dafür lautet: Aktivierung. Gewinnung. Qualifizierung.
Bedingt durch den demografischen Wandel werden der Anteil und die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinken. Die Erwerbsquoten unterschiedlicher Personengruppen unterscheiden sich gegenwärtig deutlich, wobei in erster Linie Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Menschen und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen seltener im Erwerbsleben stehen.
Um den Arbeitskräftebedarf decken zu können, müssen alle Bevölkerungsgruppen in hohem Ausmaß am Erwerbsleben teilnehmen und dabei ihr Potenzial voll ausschöpfen. Es gilt daher, genau diese Bevölkerungsgruppen zu aktivieren.
Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung aller Personengruppen und die Aktivierung der „stillen Reserve“, weil das Potenzial der Erwerbsfähigen bestmöglich genutzt werden muss. Insbesondere gilt es auch,
Eine geringe (Langzeit-)Arbeitslosigkeit, weil arbeitsuchende Menschen möglichst rasch wieder in Beschäftigung gebracht werden sollen. Insbesondere gilt es, möglichst geringe Arbeitslosenquoten bei besonders betroffenen Personengruppen sicherzustellen. Das sind:
Oberösterreichs Bevölkerung wächst bisher vor allem durch Zuwanderung. Durch die Verschiebung der Alterspyramide ist mit einem weiteren Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu rechnen, der deutlicher als in Österreich ausfällt. Damit schrumpft das Arbeitskräftepotenzial.
Gewinnen und Binden von Arbeitskräften sorgt bedarfsgerecht für eine stabile bis leicht wachsende erwerbsfähige Bevölkerung in Oberösterreich.
Eine ausreichende, qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland (auch zu Ausbildungszwecken), weil der Bedarf an qualifizierten Fachkräften insbesondere in bestimmten Branchen nicht ausschließlich im Inland gedeckt werden kann.
In der Wissensgesellschaft nimmt die Qualifizierung der Arbeitskräfte eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region ein. Im Zeitalter der Digitalisierung verstärkt sich dieser Trend weiter, da Tätigkeiten, die keine oder nur geringe Qualifikation erfordern, zunehmend automatisiert erfolgen. Arbeitsplätze für Menschen mit geringen Qualifikationen verschwinden zunehmend, während gut qualifizierte Fachkräfte verstärkt gesucht werden.
Bedarfsgerechte Qualifizierung des Arbeitskräftepotenzials – vor dem Hintergrund des technologischen Fortschritts und der Digitalisierung – trägt dazu bei, dass verfügbare und nachgefragte Qualifikationen am Arbeitsmarkt bestmöglich übereinstimmen.
Die Reduktion des Anteils jener Menschen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, weil eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung die Grundvoraussetzung darstellt, als Fachkraft tätig zu werden.
Insbesondere soll auch unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Jugendlichen mit gesundheitlichen Einschränkungen der Anteil mit einer abgeschlossenen Ausbildung über Pflichtschulniveau erhöht werden.
Langfristig besteht im Bereich der Qualifizierung beträchtliches Potenzial für die Fachkräftesicherung, da gegenwärtig noch fast 20 % der Personen im Haupterwerbsalter in Oberösterreich lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen.